Fachliteratur

Hier findest du Angaben zu einigen der gängigsten Nachschlagewerke und Lehrmittel zum Sanskrit. 

Wörterbücher

Die beiden wichtigsten Wörterbücher des Sanskrit stammen beide aus dem 19. Jahrhundert, jener Zeit, in der die meisten grossen Wörterbücher (auch anderer Sprachen) entstanden sind:

  • Böhtlingk und Roth Grosses Petersburger Wörterbuch (PW) ist in gedruckter Form kaum mehr zu empfehlen, da die Neudrucke schlecht lesbar sind und heutigen Anforderungen nicht mehr genügen. Zudem ist das Werk auch zu umfangreich (und zu teuer) für einen Privat­haushalt. Das PW ist das grösste Sanskritwörterbuch. Zur Benützung: Prä­fi­gierte Verben sind (wie in beinahe allen Wörterbüchern) nur über die Verbwurzel zu finden, feminine Nomina nur unter den mas­ku­li­nen. Es gibt eine ausserordentlich praktische, frei verfügbare Online­version:

         https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/PWGScan/2020/web/index.php

Und eine kürzere und etwas neuere Fassung ohne Belegstellen (pw): https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/PWScan/2020/web/index.php

Das NWS ist ein kumulatives Nachtragswörterbuch, in dem vorwiegend die seit den Petersburger Wörterbüchern von Böhtlingk und dem darauf aufbauenden Werk von Richard Schmidt (1928) neu erzielten Ergebnisse lexikographischer Arbeiten zum Sanskrit gezielt aufgenommen und in einheitlicher Form recherchierbar vorgelegt werden. Grundlage der Auswertung sind publizierte Glossare und Spezialwörterbücher: https://nws.uzi.uni-halle.de

  • Monier-Williams Sanskrit-English Dictionary ist ebenfalls sehr zu empfehlen. Im Gegen­satz zum PW sind hier alle präfigierten Verben suchbar. Es ist zwar eine ziemlich guter Nach­druck im Buchhandel erhältlich, doch ist auch hier die Onlineversion zu empfehlen:

         https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/scans/MWScan/2020/web/index.php

Für die verschiedenen Eingabemethoden der oben erwähnten beiden Wörterbücher siehe meine Synopsetabelle.

Weitere Online-Wörterbücher auf der Seite https://www.sanskrit-lexicon.uni-koeln.de/

Daneben sind die folgenden gedruckten Wörterbücher von Fall zu Fall nützlich:

  • Klaus Mylius: Sanskrit–Deutsch, Deutsch–Sanskrit. Wörterbuch. Wiesbaden: Harrasso­witz, 2005. ISBN 3-44705143-4
    Eine Auswahl von rund 70’000 Stichwörtern im wesentlichen aus dem PW; ist auch für Anfänger(innen) geeignet. Dazu ein Teil Deutsch–Sanskrit, was zuweilen sehr nützlich ist, wenn man ein Wort im Sanskritteil nicht findet.
  • Hermann Grassmann: Wörterbuch zum Ṛgveda. 6., überarb. u. erg. Aufl. Wiesbaden: Harrassowitz, 1996. ISBN 3-447-03223-5.
    Wie der Name sagt, ein Spezialwör­ter­buch zur vedischen Literatur.
  • Bernfried Schlerath: Sanskrit Vocabulary. Leiden: Brill, 1980.
    Ein nützliches Büchlein von ca. 200 Seiten, das einen Grundwortschatz (Verben, Nomina) nach Verbwurzeln geordnet darstellt; leider nur noch antiquarisch erhältlich.
  • William Dwight Whitney: Die Wurzeln, Verbalformen und primären Stämme der Sanskrit-Sprache. Wiesbaden: Olms, 1981.
    Wie der Schlerath ist das 250seitige Buch nach Verbwurzeln geordnet, führt aber keine Nomina auf, dafür viele Zeitformen. Die hier zitierte Ausgabe, die auch einen grammatischen Beitrag von Holtz­­mann zum Mahābhārata enthält (50 S.), ist nur noch antiquarisch erhält­lich, es sind aber ver­schiedene Nachdrucke auf dem Markt.
  • Manfred Mayrhofer: Etymologisches Wörterbuch des Altindoarischen. Heidelberg: Winter, 1986ff. 3 Bde
    Das massgebliche etymologische Sanskritwörterbuch, sehr teuer.

Grammatiken

Wer Sanskrit eingehender studieren will, der sollte mehrere Grammatiken zur Verfügung ha­ben, weil die verschiedenen Felder der Sanskritgrammatik in den Lehrbüchern unterschiedlich ausführ­lich und anschaulich dargestellt werden.

Im folgenden einige Grammatiken mit ihren Vorzügen und Nachteilen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • William Dwight Whitney: Indische Grammatik. Hildesheim: Olms, 1980.
    Als Neudruck im Buchhandel. Bis heute neben dem «Stenzler» (siehe unten) die Referenzgrammatik. Sehr ausführliche Darstellung aller Bereiche der Grammatik auf 520 Seiten. Zum Nachschlagen gut geeignet und für alle Sanskritist(inn)en unentbehrlich.
  • Maximilian Mehner & Jürgen Haneder: Sanskrit-Vademecum. Marburg: Indica & Tibetica, 2019.
    Dieses Büchlein von 92 Seiten im Format A5 ist das perfekte Nachschlagewerk für alle grammatischen Formen. Es enthält zudem noch zahlreiche Beispiele von Komposita und zwei Seiten über indische Metrik. Ist bei Ex Libris für knapp 20 Franken zu haben.
  • Ulrich Stiehl: Sanskrit-Kompendium. 5. durchges. u. erw. Aufl. oder 6. erw. Aufl. Norderstedt: BoD, im Buchhandel als Book on Demand erhältlich.
    Diese Grammatik ist sehr nützlich, weil sie einerseits auf knapp 170 Seiten detailliert die ganze Gram­matik tabellarisch darstellt: alle Konjugations- und Deklinationsformen wer­den auf­geführt. Die andern Felder der Grammatik und die Syntax kommen aber zu kurz. Anderer­seits ist das Buch aber auch ein Lehrmittel, das mit 30 Lektionen in einem separaten Teil in die Sprache einführt. Mehrere In­dices erschliessen den Inhalt nach verschiedenen Gesichts­punkten und ergeben so ein sehr gutes Nach­schlagewerk. Auch in einer Billigversion erhältlich.
  • Thomas Lehmann: Sanskrit für Anfänger. Bd. 1: Grammatik. Heidelberg: Südasien-Institut der Universität Heidelberg, 2013
    Diese Grammatik ist ein gutes und ausführliches Lehrmittel, weniger für den Autodidakten als für den (universitären) Unterricht. Nicht zum Nachschlagen geeignet. Dazu gibt es noch einen zweiten Band mit Texten und Übungen sowie einen Begleitband zur Devanāgarī. Alle drei Bän­de sind frei im Netz abrufbar unter: https://www.sai.uni-heidelberg.de/tamil/
  • Adolf Friedrich Stenzler: Elementarbuch der Sanskrit-Sprache. 19. Aufl. Berlin: De Gruy­ter, 2003
    Sehr kompakte Grammatik für Anfänger, die schon Generationen von Sanskritschüler benützt haben und die auf gut 80 Seiten erstaunlich viele Informa­tio­nen bereit­hält; sie wird immer noch im Hochschulunterricht als Referenzgrammatik verwendet und ist im Buchhandel erhält­lich.
  • Albert Thumb & Richard Hauschild: Handbuch des Sanskrit. 1. Teil: Grammatik, 2. Teil: For­menlehre. Heidelberg: Winter, 1958, 347, 492 S.
    Sehr ausführliche Grammatik, im ersten Teil wird die Lautlehre detailliert dargestellt. Im zwei­ten Teil z. B. gründliche Darstellung der Nominalkomposita und der syntaktischen Möglichkei­ten des Sanskrit. Nur noch antiquarisch zu beschaffen.
  • Louis Renou: Grammaire sanscrite. Tome 1 et 2 réunis. Phonétique, composition, dériva­tion, le nom, le verbe, la phrase. Paris: Adrien-Maisonneuve, 1961, 570 S.
    [Beschreibung folgt]
  • Franz Kielhorn: Grammatik der Sanskrit-Sprache. Berlin: Dümmler, 1888.
    Enthält u.a. eine Liste der seṭ-, veṭ und aniṭ-Verben, d.h. derjenigen Verben, die bei der Bildung der allgemeinen Tem­pora einen Bindevokal -i- einschieben (seṭ) oder nicht (aniṭ). Als PDF bei archive.org
  • Max Müller: Sanskrit-Grammatik, a.d. Englischen übers. v. F. Kielhorn u. G. Oppert. Leipzig: Engelmann, 1868.
    Eine sehr schöne, noch im Buchdruck und in einer sehr gut lesbaren grossen Devanāgarī geschriebene ausführliche Grammatik, die sehr viele durchdeklinierte und durch­kon­jugierte Beispiele enthält. Als PDF bei archive.org
  • Jakob Wackernagel & Albert Debrunner: Altindische Grammatik. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. 3 Bde. in 5  Büchern
    Diese wohl ausführlichste deutschsprachige Sanskritgrammatik ist von Wackernagel zusammen mit seinen Schülern und Nachfolgern verfasst worden. Einzelne Bände (zu den Nomina) sind zwar zuweilen antiquarisch greifbar, aber sehr teuer, Band 4, der die Verben behandeln sollte, ist aber bis heute nicht erschienen. Bei der bayerischen Staatsbibliothek und bei archive.org sind alle Bän­de als Download verfügbar: https://en.wikipedia.org/wiki/Altindische_Grammatik (external links)
  • Wilhelm Geiger: Elementarbuch des Sanskrit unter Berücksichtigung der vedischen Sprache. 3., u. e. Nachtr. verm. Aufl. Berlin: De Gruyter, 1923.
    Wie schon im Titel gesagt, enthält diese Grammatik Ausführungen zur vedischen Sprachstufe; diese sind aber leider nicht zusam­menge­fasst, sondern finden sich verstreut bei den jeweiligen Ausführungen zum klassischen Sanskrit.
  • Wolfgang Morgenroth: Lehrbuch des Sanskrit. Grammatik, Lektionen, Glossar. Leipzig: VEB Verlag Enzyklopädie, 1979. Darin enthalten ist ein sehr nützlicher Abschnitt von 40 Seiten zur ve­di­schen Sprachstufe.

Syntax

  • Jakob Samuel Speijer: Sanskrit Syntax. Leiden: Brill, 1886
    Nach bald 140 Jahren immer noch das massgebliche Werk zur Sanskrit-Syntax, absolut unent­behr­lich für alle, die sich eingehend mit Sanskrit beschäftigen wollen. Leider nur auf Englisch verfügbar, entweder im Antiquariats­handel oder bei archive.org als PDF zu beschaffen.
  • Jakob Samuel Speyer: Vedische und Sanskrit-Syntax. Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt, 1974
    (Obwohl er sich anders schreibt, ist es der gleiche Autor)

Sprachlehrmittel

  • Jutta Marie Zimmermann: Sanskrit. Devanāgarī – Die Schrift aus der Stadt der Götter. Ein Lehrbuch für Anfänger. Bd. 1. 6. Aufl. Untersiemau: Raja, 2014
    Für einen sanften und unakademischen Einstieg in Schrift und Sprache. Dieser erste Band wid­met sich auf 80 Seiten dem Devanāgarī-Alphabet und den Ligaturen.
  • Jutta Marie Zimmermann: Sanskrit. Devavāṇī – Die Sprache aus der Stadt der Götter. Ein Lehrbuch für Anfänger. Bd. 2. 3. Aufl. Untersiemau: Raja, 2013
    In 15 Lektionen geht der Einstieg sanft weiter mit ein wenig Grammatik und viel Übungen. Die beiden Bände eignen sich vor allem für all jene, die zwar an der Sprache interessiert sind, aber von den konventionellen Lehrmitteln, die einiges grammatikalisches Grundwissen voraus­setzen, abgeschreckt werden.
  • Alois Payer: Sanskritkurs. Im Web: http://www.payer.de/sanskritkurs/inhaltsverzeichnis.htm
    Ein Onlinesprachkurs in 61 Lektionen. Eignet sich durch­aus auch für das Selbststudium und für Repetitionen. Der Sprachkurs wird mit allerlei Informationen und Bildern zur indischen Kultur, zu Land und Leuten und zur Philosophie und Religion aufgelockert. Ist frei verfügbar; unter payer.de finden sich weitere interessante Artikel zu verschiedenen Themen (Religion, Hinduismus, Buddhismus, Judentum, Landwirtschaft und Architektur in der 3. Welt uvm.)
  • Peter Thomi: Sanskrit-Lehrbuch. Materialien für den Elementarunterricht. 3. Aufl. Hamburg, Buske, 2016
    Das Vokabular ist zwar in Kapitel eingeteilt, der Unterrichtsstoff aber nicht in entsprechende Lektionen. Als Nachschlagewerk nicht geeignet. Es bietet aber zum Beispiel im Kapitel Nominalkomposita viele nützliche Beispiele.